Alles begann vor knapp einem Jahr in Köln. Wir waren auf der Suche nach einem „besonderen“ Lauf für unser privates Abschlussevent und haben den Flyer vom „Altra Sunset Run“ gesehen – wir waren sofort begeistert. Ein Rennen über 24h an der Nordseeküste entlang: Für uns war direkt klar, das wir als Ultra Team (Regulär bestehen Teams aus 10 Läufern) starten. Da Leon aufgrund seiner Ausbildung nicht konnte, haben wir Coach Daniel gefragt. Kaya hatte sich leider kurz vorher das Schlüsselbein gebrochen, sodass wir einen Ersatzläufer brauchten. Über Gunther vom Wolfsrudel kamen wir zu Robin, der zum Glück sofort dabei war.
Das Prinzip ist relativ einfach: Fünf Läufer teilen sich eine Strecke von rund 250km im Staffelformat. Jeder läuft dabei 6 Etappen und kommt somit auf einen Ultralauf. Die anderen 4 Läufer fahren im Auto hinterher.
Die Anreise planten wir für Freitag ein, damit wir ausgeruht und rechtzeitig am Samstag am Start auf dem Fischmarkt in Hamburg sein konnten. Wir übernachteten Freitagabend auf einem Zeltplatz kurz vor Hamburg, um frisch und ausgeruht am Samstag vor Ort zu sein.
Der Plan ging auf und wir konnten in aller Ruhe die Atmosphäre im Startbereich genießen. Die ersten Etappen in Hamburg waren sehr anspruchsvoll, aber nicht auf das Laufen bezogen, sondern das Problem bestand darin, mit dem Auto rechtzeitig am Wechselpunkt zu sein, was im ganzen Lauf 3 Mal zu etwas Verzögerung sorgte.
Jeder tat sein bestes und lief eigentlich schneller als geplant, aus dem Gefühl heraus mit dieser Pace alle Strecken zu schaffen. Die Zeit verging schnell, bald wurde es dunkel. Mit Licht ging es dann auf die Elbmündung zu und damit entlang der Deiche an der Nordsee entlang. Bei Nacht sahen wir jedoch wenig. Ab 21 Uhr setzte hin und wieder Regen ein, der sich bis zu Starkregen und Windgeschwindigkeiten um die 60 km/H steigerte. Cosima beschrieb es auf ihrer Etappe mit: „Wie Nadeln im Gesicht“. Entlang der Strecken trafen wir auch immer wieder auf Schafherden, welche uns völlig verständnislos anschauten, was wir den mitten in der Nacht mit den Stirnfunzeln da wollten.
Jeder versorgte sich nach seinem Energieplan, der schlussendlich aufging, auch wenn zum Ende hin einige keine Gels mehr aufzunehmen vermochten. Die Schlussetappe führte über Wald, Landstraße, Vorort und ca. 1,5km(!) Strand mit Gegenwind nach Sankt Peter Ording und endete mit Rückenwind auf einer 600m langen Seebrücke.
Nach dem Zieleinlauf, der eine längere Strecke durch Sand verlief und dann in ca. 600m Seebrückensprint mit (endlich mal!!) Rückenwind endete, waren wir nun gespannt wie wir uns geschlagen hatten. Zunächst erhielten alle Finisher eine wunderschöne Medaille, die alle nebeneinandergelegt einen Spruch ergaben. Nach einem Zielgetränk und den -fotos stand unser Platz fest: Insgesamt 8. Platz von 123 Teams und in unserer Mixed-5er-Ultrateam-Wertung erreichten wir Platz 4 von 82 Teams. Eine ganz starke Leistung, die in einigen Tagen Erholung und Regeneration dauerhaft in Erinnerung bleiben wird.
Kaya war die ganze Zeit unsere Koordinatorin, Physiotherapeutin und Motivatorin und sehr wichtig für den Ablauf. Der Veranstalter erwähnte auf seiner Seite 5 Teams mit „besonders klangvollen Namen“, unter anderem uns.
Besonderer Dank gilt unserem Verein, der uns mit der Bereitstellung des Vereinsbusses eine sehr große Hilfe war.
Es folgen kurze persönliche Kommentare:
Leonard
„Auch wenn Ich mich gut auf das Event vorbereitet habe, war der Muskelkater stärker als ich gedacht hatte. Trotzdem war der Lauf eine Erfahrung, die ich so schnell nicht vergessen werde.“
Daniel
„Die Einladung, am Abschlussevent der U20-Läufer teilzunehmen, habe ich gern angenommen. Es war eine super Sache und wertvolle Erfahrung, diesmal als Aktiver in diesem Team bei einem so anspruchsvollen Event dabei zu sein, in dem alle bis an ihre Grenzen gingen.“
Jonas
„Es war für mich wahrscheinlich der schwierigste Wettkampf, den ich je bestritten habe. Auch wenn das Format nicht zu anspruchsvoll klingt, mit den ganzen Pausen, wars dennoch sehr sehr hart. trotzdem war es ein sehr schöner Wettkampf, wo man auch viel üben und testen konnte.“
Robin (gekürzt)
„Das Format hat mich sofort begeistert. Schnell wurde deutlich, dass die eigentlichen Herausforderungen dieses Formats für mich weniger im Laufen selbst lagen. Rechtzeitig die Wechselpunkte zu finden, sich zwischendurch auch einmal zu verlaufen und praktisch keinen Schlaf zu bekommen. Zwischen den Etappen im Auto irgendwie Ordnung zu halten, zu essen, sich umzuziehen und zu regenerieren. Gerade dieser Wechsel aus schnellem Laufen, kurzen Pausen, Nacht, Müdigkeit und immer neuen Wetterbedingungen machte den besonderen Reiz, aber auch die Härte dieses Formats aus. Mit meinen insgesamt 57 Kilometern und einem Schnitt von 4:31 min/km bin ich persönlich mehr als zufrieden. Viel wichtiger als die reine Pace war für mich am Ende aber die gemeinsame Erfahrung. Ich habe großen Respekt vor allen, die dabei waren, immer wieder in ihre Laufschuhe gestiegen sind und ihre Etappen trotz zunehmender Erschöpfung absolviert haben.“
Kaya
„Ich fand es war eine erlebnisreiche Erfahrung ein Teil des Teams zu sein. Ich habe mich sehr gefreut alle bestmöglich zu unterstützen und bin stolz auf die Leistung aller Läufer. Es ist nicht leicht unter diesen Bedingungen, so eine Top Zeit zu Laufen, weshalb man auch von außen mitbekommen hat, das dieses Format viel Respekt verdient.“
Cosima
„Ich habe sehr viel aus dem Event mitgenommen und gelernt. Man ist wirklich mal seine Grenzen gegangen und weiß jetzt besser was gut funktioniert und was nicht. Eine Erfahrung die ich jedem nur empfehlen kann.“
Cosima, Kaya, Leonard, Jonas, Daniel, Robin




